Mira Unkelbach

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Mira Unkelbach

Mira Unkelbach, *1984, studierte Fotografie und neue Medien an der Fachhochschule Bielefeld. Nach ihrer Diplomarbeit 2011 arbeitete sie zwei Jahre in Hamburg bei einer Bildagentur und Galerie für Fotografie.
Seit 2013 arbeitet Mira Unkelbach als freiberufliche Fotografin in Bonn. Schwerpunkt ihrer Arbeit sind Menschen, die sie in Portraits festhält oder ihre Geschichten in Reportagen erzählt. Ein weiteres Interesse gilt der Streetphotography, welche sie am liebsten mit ihren analogen Kameras bestreitet.
Neben ihrer freiberuflichen Tätigkeit ist Mira Unkelbach bei der Dombauhütte Köln als Fotografin in Teilzeit beschäftigt. Dort dokumentiert sie die laufenden Arbeiten auf den Außen- und Innenbaustellen des Doms sowie in den Werkstätten der Dombauhütte. Darüber hinaus setzt sie Werkstücke, Kunst- und Kirchenschätze oder Objekte im Innenraum der Kirche ins rechte Licht.


Silent it is
Swisttal, 2016

And when the stream
Which overflowed the soul was passed away,
A consciousness remained that it had left
Deposited upon the silent shore
Of memory images and precious thoughts
That shall not die, and cannot be destroyed.
William Wordsworth (1770 – 1850)

Anfang 2013, im Alter von 90 Jahren, zog meine Großmutter in ein Altenheim. Bis dahin bewohnte sie allei- ne eine 100 m2 große Wohnung, die sie rund 30 Jahre ihr Zuhause nannte. Das neue Zimmer hatte ledig- lich 20 m2. Von den vielen Dingen, welche sie über die Jahre angesammelt hatte, konnte sie demnach nur einige wenige persönliche Dinge mitnehmen. Rund drei Jahre nach ihrem Umzug ist meine Großmutter am 17. Februar 2016 verstorben.

Zurück geblieben ist alles das, was ihren Alltag innerhalb der letzten drei Jahre ihres Lebens bestimmt hat. Der Rollator. Die Zahnbürste. Die Kleidung. Die Bilder an der Wand. Der Zeitungsstapel auf dem Tisch. Die Tischlampe auf dem Brokatdeckchen. Spuren einen Lebens, welche in wenigen Tagen verschwunden sein müssen.

Der nächste Bewohner wartet schon.Mit meiner Arbeit habe ich mich auf eine Spurensuche begeben. Einrichtung und Gegenstände, die zurück geblieben sind, fungieren als Zeitzeugen eines Lebens. Durch sie ist meine Großmutter auch über ihren Tod hinaus noch präsent. Die festgehaltenen Momente gehören jedoch im nächsten Augenblick bereits der Vergangenheit an. Das letzte Portrait meiner Großmutter ist eine Arbeit über Vergänglichkeit, Abschied und Erinnerung.



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